Ausgabe I/2021

Informationen zur Clostridioides difficile-Infektion (CDI)

Clostridioides (früher: Clostridium) difficile wurde Ende 1970 als Erreger von Durchfallerkrankungen im Zusammenhang mit Antibiotikabehandlungen identifiziert. Häufig tritt eine Clostridioides difficile-Infektion (Abk.: CDI) als nosokomiale Infektion in Krankenhäusern auf. Im Krankenhaus kann sich C. difficile besonders gut ausbreiten, da die Sporen gegen viele Desinfektionsmittel tolerant sind. Auch in Alten- und Pflegeheimen ist die Gefahr einer Ansteckung erhöht. Seit 2003 beobachten Forscher einen weltweiten Anstieg von C. difficile-Infektionen (CDI) mit teils schweren Verläufen.


Allgemeines
C. difficile hat die Fähigkeit zur Bildung aerotoleranter Sporen. Diese kommen in der natürlichen Umwelt (Oberflächenwasser, Boden) sowie im Darm von Menschen vor und sind tolerant gegen Wärme, Austrocknung sowie gegen verschiedene chemische Substanzen, inklusive vieler Desinfektionsmittel. Während der Erkrankung werden vegetative Bakterien und Sporen des Erregers über den flüssigen Stuhl ausgeschieden und können so Oberflächen kontaminieren. Beim gesunden Menschen ist das Bakterium natürlicher Bestandteil einer gesunden Darmflora. Wenn diese allerdings durch eine Antibiotikatherapie gestört wird, kann es zu einer Fehlbesiedlung kommen. Antibiotika reduzieren vorübergehend die Zahl der schützenden Mikroorganismen im Darm, sodass sich andere Erreger, beispielsweise C. difficile, ausbreiten können. Der kontrollierte Antibiotikaeinsatz kann zu einer Verminderung des Risikos einer CDI beitragen. Nur Stämme, die Gifte (Toxine) bilden, sind pathogen. Mindestens zwei spezifische Toxine, Enterotoxin A und Cytotoxin B, können gebildet werden.
· Enterotoxin A: Das Toxin stört u. a. den Elektrolythaushalt im Darm und ist z. B. für den Flüssigkeitsverlust in Form von wässrigen Durchfällen verantwortlich.
· Cytotoxin B: Dieses Gift schädigt die Schleimhautzellen im Darm, was sich z. B. durch Entzündungen und Blut im Stuhl bemerkbar machen kann.

Symptome und Erkrankungen
Die Symptome reichen von leichten Durchfällen bis hin zu schweren Darmentzündungen. Normalerweise setzt die Symptomatik plötzlich mit wässrigem Durchfall mit charakteristisch fauligem Geruch ein. Weitere Symptome sind Fieber und Bauchkrämpfe. Krankheitsbilder sind Durchfall, Darmverschluss, pseudomembranöse Kolitis, Erweiterung des Dickdarms, Loch oder Riss in der Darmwand, Blutvergiftung.

Desinfektionsmittel und Desinfektionsmaßnahmen
Es sind sporizide Desinfektionsmittel zu verwenden. Alkoholische Händedesinfektionsmittel sind generell unwirksam gegen Sporen. Daher sind die Hände nach dem Desinfizieren mit alkoholischen Händedesinfektionsmitteln, sofern sie wieder trocken sind, gründlich zu waschen. Dadurch werden die Sporen mechanisch entfernt.

Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG)
Eine C. difficile-Infektion mit klinisch schwerem Verlauf muss dem Gesundheitsamt nach § 6 IfSG namentlich gemeldet werden. Was eine Infektion mit klinisch schwerem Verlauf ist, wird in den Doppelbuchstaben zu § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1a Buchstabe b IfSG definiert. Meldepflichtig ist neben der Erkrankung auch der Tod an einer solchen Infektion. Die Meldungen müssen dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach erhaltener Kenntnis vorliegen. In Sachsen bestehen ergänzende Verordnungen.

Weitere Informationen:

Alle Hygienemaßnahmen sind in der Checkliste für Hygieneaufgaben „Hygienemaßnahmen bei Clostridioides (früher: Clostridium) difficile-Infektionen“ auf www.orochemie.de unter Service/Checklisten für Hygieneaufgaben zu finden.
Schulungsmodul Clostridioides (früher: Clostridium) difficile unter www.hygienewissen.de.


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Fragen:
1. Fachbegriff für Gifte, welche z. B. Bakterien bilden können.
2. Durch C. difficile hervorgerufene Erkrankung.
3. Viruserkrankung, bevorzugt in den Wintermonaten.
4. Dauerformen, die C. difficile bilden kann.
5. Übertragung einer Krankheit auf ein anderes Lebewesen.
6. Verunreinigung von Flächen, Gegenständen und Räumen durch Mikroorganismen.

Antworten:




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